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Von Learning Content und AI – das neue DNI-Projekt des HHLab geht an den Start!

Von Soenke Schierer.

Ein Jahr haben wir uns gefragt: wie ist die Wirkung auf Menschen, wenn man Alltagsgegenstände, in unserem Fall war es Licht, zur Übermittlung von Informationen nutzt. Das Ganze passierte unter dem Projektnamen AMBIENT NEWS – eine durch die Google DNI unterstütze Forschung. Am Ende stand vor allem die Erkenntnis, dass wir, wenn wir wollen, dass ein Inhalt zum „richtigen“ Nutzer gelangt, unseren Fokus verstärkt auf die Inhalte selbst richten müssen. Und auf den Weg des Inhalts hin zum Nutzer. Damit war die Grundidee zu Learning Content geboren. Wir können uns vorstellen, dass eines Tages ein Inhalt selbst merkt, ob er in einer bestimmten Situation, auf einem bestimmten Endgerät so gut zu einem bestimmten Nutzer passt, dass dieser den Inhalt auch wirklich konsumiert! Dafür müsste der Inhalt aber eine ganze Menge „lernen“.

Man kann Learning Content also durchaus als eine Weiterführung von AMBIENT NEWS betrachten. Und es gibt noch eine weitere Verbindung zwischen den zwei Forschungssträngen: auch Learning Content ist wieder ein DNI-Projekt. Und darüber freuen wir uns sehr, denn die Förderung hat uns schon bei AMBIENT NEWS weitergebracht. Aber immer schön der Reihe nach.

Was ist Learning Content?

Immer, wenn wir bei AMBIENT NEWS die Prototypen unserer Testnutzerinnen und Testnutzer händisch mit Inhalten bespielt haben, war die Zufriedenheit auf Nutzerseite besonders groß. Mit zunehmender Automatisierung aber schwand die Zufriedenheit. Ein Problem, denn natürlich können wir bei der Anzahl unserer Leserinnen und Leser nicht jedem einzelnen eine persönliche Inhaltsauswahl zusammenstellen.

Die logische Folge für uns – wir müssen versuchen trotz Automatisierung die gleiche Zufriedenheit bei unseren Nutzerinnen und Nutzern hinbekommen, die sie verspüren, wenn wir ihnen händisch Nachrichten zukommen lassen. Um unser Ziel zu erreichen, arbeiten wir bei Learning Content mit Methoden des Maschinenlernens. So wollen wir es schaffen die individuellen Vorlieben unserer Leserschaft noch stärker zu fokussieren, um noch bedürfnisorientierter inhaltliche Angebote liefern zu können.

Warum DNI?

Wenn ich mich mit anderen Journalistinnen und Journalisten über meine Arbeit unterhalte, sind sie oft sehr interessiert. Forschung und Entwicklung von neuen Medienanwendungen oder Produkten ist ja auch ein spannendes Feld. Erzähle ich dann, dass die Projekte, an denen ich arbeite, eine Förderung der Google DNI bekommen, werden meine Gesprächspartner oft skeptisch. „Warum macht ihr sowas mit einem Unternehmen wie Google?“ „Könnt ihr da überhaupt selbstbestimmt arbeiten?“ Das sind die klassischen Fragen, die gestellt werden. Warum haben wir uns nach AMBIENT NEWS also erneut auf eine DNI-Förderung beworben? Und warum sind wir froh, dass wir sie auch für Learning Content bekommen haben?

Mit Learning Content wollen wir uns auf einen Weg ins Unbekannte machen. Wir werden uns weit entfernen müssen von klassischem journalistischem Denken, wenn wir unser Ziel, unsere aktive Leserschaft durch eine bessere Personalisierung unserer Inhalte langfristig zu überzeugen, erreichen wollen. Wir müssen uns selbst und unser Berufsbild komplett hinterfragen und wir werden weitgehend softwaretechnische Problemlösungen suchen und finden müssen. Vor uns liegen lange Quellcodes, AI und Machine Learning und definitiv mehr Fragen als Antworten.

Aus diesen Gründen haben wir uns entschieden, uns erneut auf eine DNI-Förderung zu bewerben. Die Förderung erleichtert es uns als Forschung- und Entwicklungsteam, den richtigen Input von Menschen zu erhalten, die ähnliche Ideen haben oder aber, die sich zumindest eine gute Vorstellung davon machen können, was in unseren Köpfen vor sich geht. Für uns zählt der Austausch mit Gleichgesinnten, die wir unter denen, die ebenfalls Unterstützung aus der DNI bekommen, finden. Wir setzen auf das Netzwerk. Deshalb freuen wir uns auf ein Jahr voller Inspiration durch die Initiative und alle, die dazugehören.

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