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So wollen wir die digitale Zukunft des Landlebens mitgestalten

Von Philipp Dudek.

Kreativ, zupackend, schnell: Wer nach den Menschen sucht, die die digitale Zukunft Deutschlands selbstbestimmt in die Hand nehmen, findet sie nicht nur in der Großstadt, sondern auch auf dem Land. Da ganz besonders. Der digitale Wandel ist hier sozusagen auf fruchtbaren Boden gefallen … Wir haben ein Weilchen gebraucht, um das herauszufinden.

Vor meinem Job als Product Owner und Scout im HHLab, habe ich als Redakteur gearbeitet. Und auch wenn sich mein Arbeitsumfeld und meine Themen verändert haben, sehe ich mich immer noch als Journalist. So gesehen, arbeite ich mit meinen Kollegen Marlene und Soenke gerade an der längsten Recherche meiner Karriere. Es geht dabei ums platte Land. Um die Menschen, die auf dem Land leben, sich engagieren und den Anschluss an den digitalen Wandel nicht verlieren wollen – vielleicht sogar Vorreiter werden wollen.

Angefangen hat diese Recherche im vergangenen Sommer. Im HHLab hatten wir damals das Gefühl, dass wir zu viel auf Großstadt-Events unterwegs sind. In Hamburg, Berlin, München und Köln haben wir über die Chancen und Möglichkeiten des digitalen Wandels gesprochen, tolle Projekte und Menschen kennen gelernt und viel über gesellschaftliche Herausforderungen diskutiert. Aber es ging bei diesen Ideen, Projekten und Diskussionen fast immer um urbane Räume, um Großstadt-Themen.

Die Idee

In Deutschland lebt jeder Zweite im so genannten ländlichen Raum. In unserem Verbreitungsgebiet liegt der Anteil deutlich höher. Wir sind ein Regionalzeitungsverlag. Also sollten wir den Diskurs über den digitalen Wandel und den damit einhergehenden strukturellen und gesellschaftlichen Wandel auch regional fördern und aktiv daran teilnehmen. Am besten mit einer eigenen Konferenz zur Zukunft des digitalen Landlebens.

Die Thesen

Unsere Arbeitsthesen waren:

  • Der digitale Wandel ist kein Großstadt-Phänomen. Die Veränderungen, Chancen und Herausforderungen betreffen auch den ländlichen Raum. Nur anders …
  • Für die Menschen im ländlichen Raum gibt es kaum Möglichkeiten, sich über gesellschaftliche Folgen und Chancen der Digitalisierung zu informieren und auszutauschen und land-spezifische Lösungen für land-spezifische Probleme zu diskutieren.
  • Im Mittelpunkt des Digital-Diskurses im ländlichen Raum steht vielerorts vor allem der schleppende Breitbandausbau und die Digitalisierung der Landwirtschaft. Andere Bereiche wie New Work und Fachkräftemangel, Bildung, Gesundheit, Treffpunkte spielen noch zu selten eine Rolle bzw. es wird keine Verbindung zwischen diesen Themen und dem digitalen Wandel gesehen. Es geht bisher zu viel um die Gegenwart und zu wenig um die Zukunft.

Alle unsere Thesen haben sich bewahrheitet. Um das herauszufinden haben wir mit Experten von Stiftungen, Verbänden, Vereinen und öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen gesprochen. Wir waren nicht mehr in der Großstadt unterwegs, sondern haben uns mit ehrenamtlichen Bürgermeistern, Amtsdirektoren und Landräten zusammengesetzt. Wir haben mit Familien auf dem Land gesprochen, mit Landwirten, Dienstleistern und mit Handwerkern. Wir haben unzählige Kilometer in Zügen und Autos gesessen, Katzen und Kühe gestreichelt, toll gegessen und herzliche Gastfreundschaft genossen. Wir haben die Menschen kennengelernt, die sich für den ländlichen Raum engagieren. Unsere Zielgruppe sozusagen. Und genau bei der haben wir mit unserer Konferenz-Idee offene Türen eingerannt.

Deshalb füllen wir diese Idee jetzt mit Leben. Wir wollen dabei nicht über Breitbandausbau und fehlende Bagger diskutieren, sondern darüber wie sich die Zukunft aktiv gestalten lässt und welche Chancen sich daraus für den ländlichen Raum ergeben. Wir wollen den digitalen Diskurs aufs Land tragen und mitgestalten. Es geht uns um die Frage: Was wollen wir gemeinsam anpacken, wenn das Glasfaserkabel verlegt ist?

Netzfeld – Die Veranstaltung

In den kommenden Wochen testen wir zwei Veranstaltungskonzepte und haben dafür unser Flensbuger Event-Team sowie die regionalen Anzeigenabteilungen mit ins Boot geholt. Am 16. Februar steigt die erste „Netzfeld“. Die Idee hat einen Namen bekommen und nimmt Gestalt an. Die ganztägige Veranstaltung in der Globetrotter Lodge auf dem Aschberg in Ascheffel widmet sich dem Thema „Ehrenamt und Digitalisierung“. Es ist uns gelungen, mit der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein einen tollen Partner von unserer Idee zu überzeugen, spannende Redner für unsere Veranstaltung zu gewinnen und haben, wie wir glauben, ein inspirierendes Programm auf die Beine gestellt, das unserer angepeilten Zielgruppe hoffentlich gerecht wird. (Hier geht’s zum Programm – und zu den Tickets ;-))

Die zweite Veranstaltung werden wir in Mecklenburg-Vorpommern im Verbreitungsgebiet der „Schweriner Volkszeitung“ ausprobieren. Hier laden wir Treiber und Entscheider der regionalen Wirtschaft am 26. März auf den Golchener Hof ein, um mit ihnen über die (digitale) Zukunft zu sprechen. Hier ist die Handwerkskammer Schwerin mit an Bord. Lokale Größen wie „Bauer Korl“, der Landkreis und eventuell sogar das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich an der Veranstaltung. Das Programm planen wir derzeit.

Würde ich noch als Redakteur arbeiten, wäre die Arbeit jetzt fast zu Ende. Wir haben genügend Stoff für eine ganze Artikel-Serie über die Zukunft des digitalen Landlebens recherchiert. Im HHlab allerdings geht die Arbeit jetzt in die nächste Runde. Wir sind gespannt, wer zu unseren Veranstaltungen kommt. Wir wollen herausfinden, ob wir mit unserer Netzfeld-Konferenz tatsächlich den Nerv unserer Zielgruppe getroffen haben und ob es uns gelungen ist, Teil des digitalen Diskurses im ländlichen Raum zu werden. Wir sind gespannt.

Netzfeld – Die Fortsetzung

Was wir jetzt schon herausgefunden haben: Es gibt auf dem Land sehr viele Menschen mit guten Ideen zur Zukunft des Landlebens und mit tollen (digitalen) Projekten. Sie finden für sehr lokale Probleme, sehr lokale Lösungen und verständigen sich mit den Menschen vor Ort darüber, wie diese Lösungen umgesetzt werden sollen. Der gesellschaftliche und strukturelle Wandel, der mit der Digitalisierung einhergeht, ist auf dem Land im vollen Gange. Das Problem ist nur: Die Menschen im nächsten Dorf, im nächsten Landkreis, im nächsten Bundesland, die wissen überhaupt nichts von den tollen Lösungen – obwohl sie das gleiche Problem haben. Und da ist uns die nächste Idee gekommen. Die Netzfeld-Fortsetzung sozusagen. Mehr demnächst hier und unter www.netzfeld.info

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