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Ein Blick über den Tellerrand

 

Von Niklas Kock

Das hatte ich mir für mein letztes Ausbildungsjahr nochmal gewünscht. Einen weiteren Bereich des Unternehmens und eine andere Arbeitsweise kennenlernen. Denn als Azubi des A. Beig Verlags in Pinneberg durchlaufe ich zwar alle Abteilungen des Standortes, jedoch gibt es innerhalb der Unternehmensgruppe noch viele weitere interessante Bereiche. So auch das HHLab, das mir zwar bekannt war, welches ich aber genauer kennenlernen wollte.

Das moderne Gebäude inmitten Hamburgs schüchtert im ersten Moment doch ein bisschen ein. Im ersten Stock angekommen und nach einer kurzen Führung war die Nervosität aber im Nu verflogen. Denn hier sind neben den Büroräumen auch die Leute sehr offen. Von Anfang an wurde ich herzlich aufgenommen und in den Alltag integriert. Mit ersten kleinen Aufgaben wurde ich langsam an die Arbeit des Labs und die damit verbunden Stränge, also die derzeit bearbeiteten Projekte, herangeführt. So konnte ich mich zum einen an das neue Umfeld gewöhnen, zum anderen aber auch die Tätigkeiten der Kollegen kennenlernen.

Denn die Arbeitsweise und auch das Arbeitsumfeld unterscheiden sich stark von dem, was ich in meiner bisherigen Ausbildung kennengelernt habe. Schon beim morgendlichen “Stand-Up”, bei dem jeder auf den neuesten Stand gebracht wird, zeigt sich, wie viel kommuniziert wird. Es findet unfassbar viel Austausch untereinander statt, was auch durch die verschiedenen Verstrickungen innerhalb der zahlreichen Projekte bedingt ist. Zusätzlich werden in regelmäßigen “Demo Days” organisatorische Abläufe und gemeinsame Fortbildungen geplant und durchgeführt. Eine solche ausgeprägte sowie flexible Form der Zusammenarbeit habe ich in anderen Abteilungen bisher nicht erlebt. Gerade das zeichnet das Lab auch aus und wird ausschlaggebend für seine Entwicklung und den Erfolg sein.

Die Eingewöhnungsphase endete schnell und ich wurde intensiver in die verschiedenen Stränge eingebunden. Unter anderem bin ich in den Strang “Personas” eingearbeitet worden, indem auf Grundlage der Sinus-Milieu-Forschung modellhafte Nutzerprofile erstellt werden. Über die Berufsschule hatte ich zwar bereits ein wenig theoretisches Wissen, konnte mich jedoch jetzt auch praktisch mit ihnen auseinandersetzen. Neben dem weiteren Feinschliff von fertigen Personas habe ich auch bei der Erstellung der sozial-ökonomischen Persona maßgeblich mitgewirkt. Über mehrere Tage haben wir aus zuvor geführten Interviews eine neue, dem Milieu entsprechende, Persona gebaut.

Und auch diese Art der Arbeit war ungewöhnlich für mich. Denn im Gegensatz zu sonst, wo ich es meistens gewohnt war mit fertigen Lösungswegen meine Aufgaben zu bewerkstelligen, folgen hier viele der Tätigkeiten zwar auch einem Ziel, dieses muss aber zum einen erst einmal selbstständig vom Team definiert und zum anderen ohne existierende Lösung erreicht werden. Das zeichnet das HHLab im Endeffekt auch aus: zu forschen und zu entwickeln, um dadurch neue Wege zu finden und zu gehen.

Des Weiteren habe ich auch bei der Vermarktung des YouTube-Channels “Die Fahrrad-Fanatiker” und dem dazugehörigen Merchandise mitgewirkt, das Projekt “Rostock” unterstützt und viele weitere anfallende Aufgaben übernommen. Nebenbei hat man sich natürlich viel mit mir ausgetauscht. Ich saß mehreren Konferenzen bei, durfte den Standort in Rostock besuchen und hatte viele Gespräche, in denen mir nicht nur der Alltag sowie die Projekte nähergebracht wurden, sondern auch der Werdegang des HHLabs sowie der seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Denn man kann mit Sicherheit sagen: Das Team ist ein bunter Haufen. Sowohl die Aufgaben bzw. Vorgeschichten als auch die Charaktere sind innerhalb der Abteilung ganz verschieden. Und trotz dieser vermeintlichen Gegensätzlichkeit herrscht ein tolles Arbeitsklima und ein sehr gutes Miteinander. Jedem wird geholfen, wenn die Arbeit stockt, es wird vieles gemeinschaftlich entschieden sowie besprochen und mit nur einer leitenden Instanz in Form von Joachim Dreykluft sind alle auf Augenhöhe. Diese Harmonie ist auch maßgeblich für die Aufgabenbewältigung der Abteilung. Denn nur durch das Miteinander sind die Projekte zum einen zu bewältigen und zum anderen nachhaltig existent. Und das ist nur Hand in Hand möglich. Denn hier wird nicht an Bewährtem gearbeitet, sondern Neues erforscht und entwickelt, um in der Branche eine langfristige Zukunft zu sichern. Und das auch über den eigenen jetzigen Tellerrand hinaus.

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