Top

Buchtipp zu Weihnachten: 10 Dinge, die ich von Clayton M. Christensen gelernt habe

Von Joachim Dreykluft.

Wann immer sich innovativ fühlende Menschen unterhalten, fällt innerhalb weniger Minuten ein Buzzword: “Disruption”.

Die Bedeutung dieses Wortes verwässert zunehmend. „Sprunginnovation“ ist eine wenig geglückte Übertragung ins Deutsche, oft wird Disruption auch nur genannt als Synonym für „verändert sich schnell wegen technischem Fortschritt“.

Warum Unternehmen trotz bestem Management scheitern

Clayton Christensen hat Mitte der 90er-Jahre das Konzept der Disruption entwickelt und  definiert. Ergebnis war sein 1997 erstmals erschienenes Buch. Darin versucht er zu erklären, warum Unternehmen trotz bestem Management scheitern: eben weil es Disruption gibt. Christensen beginnt seine Überlegungen in der Branche der Festplattenhersteller und führt das Konzept dann durch verschiedene andere Branchen, auch solche, die wir nicht als „High-Tech“ bezeichnen würden, etwa Bagger.

Zehn Dinge, die ich aus dem Buch „The Innovator’s Dilemma“ von Clayton M. Christensen gelernt habe:

  1. Den Begriff „Disruption“ in seiner ursprünglichen engen Definition zu verstehen hilft mir sehr, Konzepte digitaler Transformation einordnen und systematisieren zu können.
  2. Disruption bedeutet, dass sich neue, innovative Unternehmen mit Marktsegmenten oder Kunden beschäftigen, die etablierte Unternehmen nicht mit spitzen Fingern anfassen würden.
  3. Diese zunächst kleinen und wenig lukrativen Segmente entwickeln sich möglicherweise so, dass sie das Geschäftsmodell der etablierten Unternehmen angreifen oder sogar zerstören.
  4. Als etabliertes Medienunternehmen müssen wir uns mit Marktsegmenten/Usern/Lesern beschäftigen, die wir normalerweise nicht mit spitzen Fingern anfassen würden.
  5. Wenn wir es nicht tun, tun es möglicherweise andere. Das könnte unsere Existenz als traditionelles Unternehmen gefährden.
  6. Disruption bedeutet nicht, bestehende Produkte/Marktsegmente für bestehende Leser/Kunden/User zu verbessern. Höre nicht auf sie, wenn du einen disruptiven Ansatz wählst.
  7. Mit disruptiven Ansätzen sind wir vermutlich dann auf dem richtigen Weg, wenn die etablierten Meinungsführer in Redaktion und Verlag das, was wir tun, aus vollem Herzen ablehnen.
  8. Disruptive Ansätze sind nicht aus dem Kernunternehmen heraus möglich. Sie müssen sich in einem geschützten Raum am Rande oder besser außerhalb des Unternehmens entwickeln.
  9. Es ist eher wahrscheinlich, dass es einem etablierten Unternehmen wie unserem nicht gelingt, aus sich selbst heraus disruptive Ansätze zum Erfolg zu bringen.
  10. Es ist gleichermaßen schwer und wichtig, disruptive Ansätze in der eigenen Branche überhaupt zu erkennen. Das ist notwendig für eine erfolgreiche Akquisitionsstrategie.

Clayton M. Christensen: The Innovator’s Dilemma. Havard Business Review Press. Ca. 17 Euro.

Deutschsprachige Ausgabe:

The Innovators Dilemma: Warum etablierte Unternehmen den Wettbewerb um bahnbrechende Innovationen verlieren. Vahlen-Verlag. 29,80 Euro

No Comments
Add Comment
Name*
Email*
Website